Tracking-Truss und TrackDrive TD1.4
Schwerlast-Schienensystem, integriert in eine spezielle Traverse mit Reibradantrieb
Als Udo Lindenberg im Jahr 2012 bei seiner Tournee mit einem Zeppelin durch die Hallen fliegen wollte, lieferte SWL ein speziell dafür konstruiertes Flugwerk. Da auch noch 4 LED-Screens horizontal verfahren werden sollten, ergab sich ein Bedarf von etwas mehr als 130m Schwerlastschienen. Um diese Schienen in der im Tourneebetrieb zur Verfügung stehenden Zeit auf- und abbauen zu können war ein System erforderlich, das den Montageaufwand auf ein Minimum reduziert. Aus dieser Notwendigkeit entstand in Zusammenarbeit mit der Landauer Firma STL unsere Tracking-Truss. Die Schwerlast-Schiene ist über Scharniere fest verbunden mit einer speziellen, nicht geschweißten Traverse. Damit erfolgt der Aufbau von Traverse und Schiene in einem Arbeitsgang, Verbindungselemente für die Schiene sind nicht erforderlich, es reichen die Bolzen in den Traversen.
Bewegt werden Lasten oder Personen an der Schiene mit unserem TD1.4 Reibradantrieb mit einer Geschwindigkeit von maximal 1,4m/s. Das Reibrad wird im Betrieb mit Federn an die Schiene gedrückt und kann mit einem Spannhebel entriegelt werden, so dass sich der TrackDrive an der Schiene per Hand verschieben lässt. Für die Positionserfassung kommen je nach speziellen Anforderungen unterschiedliche Systeme zum Einsatz: Reibrad- oder Seillängengeber, Laser- oder Barcode Positionier Systeme. Eine Besonderheit ist der speziell für SWL entwickelte BPS-Wizard. Er erlaubt es mit einem Barcodeband ausgestattete Schienenelemente in beliebeiger Reihenfolge zu verbinden. Der BPS-Wizard analysiert in einer Referenzierungsfahrt den Verlauf der Barcode Werte und rechnet diese so um, dass sich ein kontinuierliches Signal ergibt.
Transportiert wird die Tracking-Truss auf speziellen Dollies, ähnlich einer PRT Traverse. Zum Transport werden die Tracking-Trusses 3 hoch gestapelt, in der untersten Truss können die TrackDrives und Laufwagen in der Schiene verbleiben. Durch dieses System können beim Aufbau quasi beliebig lange Strecken irgendwo in der Halle vormontiert und dann komplett auf Position gerollt und angeschlagen werden. Das sorgt insbesondere im Tourneebetrieb für einen sehr schnellen Auf- und Abbau.